Kategorie: SchaMagisches
:: Bija / Samen / ArtQuilt & Nadelwelt 2013 ::
Nachdem ich letztes Jahr nicht so begeistert war von der Nadelwelt, weil Ausstellung und Verkauf extrem Fassett-lastig waren, wurde ich dieses Jahr absolut reich entschädigt. WOW! WOW! WOW! Ich bin noch ganz high von den ganzen Farben, Formen, Texturen und Inspirationen. Sobald ich die Augen schließe, ploppen vor meinem geistigen Auge Quiltideen auf, die ich dann ganz fleißig zu skizzieren versuche, damit sie mir nicht wieder entfleuchen. Eins ist mir heute klar geworden: mein weiterer Patchwork- & Quiltweg führt weiter hinein in den Bereich der ArtQuilts, des Selbergestaltens von Stoffen, des Spiels mit Texturen und Materialien. Gebrauchsquilts in allen Ehren, aber so beflügelt habe ich mich selten zuvor gefühlt.
Die diesjährige Nadelwelt ist aber auch deswegen etwas Besonderes für mich, weil sie die erste Expo ist, bei der ich zwei Quilts von mir ausstelle. Ich habe ja immer mal wieder davon geschrieben und Euch versprochen, Bilder zu zeigen. Zumindest erstmal von dem einen, meinem Hauptwerk. Here we go
Dieser Quilt heißt “Bija / Samen” (leider steht am Schild “Beja”…) und – wie könnte es anders sein? – ist ein Yoga-Quilt. Oder ein vom Yoga inspirierter Quilt. Bija, darüber schrieb ich hier schonmal, bedeutet “Samen”. Dieser Samen, den ich auch God nenne, wird von dem Oval symbolisiert, das ich hinter den schwarzen Stoff gelegt und dann von oben freigeschnitten habe. God als Urgrund, God als das, was dahintersteckt. Urmaterie. Anfang und Ende. Alles.
God findet sich wieder in allen Log-Cabin-Blöcken, die in ihrer Gemeinschaft einen Hügel bilden. Das, was uns inspiriert, was uns am Leben hält, unser Mut, unser Prana, unsere Lebensfreude – das ist God in uns. Und noch so viel mehr. Auf dieser Gemeinschaft wurzelt ein Baum, auch entstanden aus dem Bija. Er verbindet oben und unten, die Menschen und God. Ich dachte an den Bodhi-Baum Buddhas, an Yggdrasil, an den Mallorn der Elben. Gleichsam reckt sich der Baum God wieder zu, strebt an seinen Ursprung zurück – das ist spirituelle Sehnsucht, Wegfindung, Selbstfindung, Godesbewußtsein.
Und dann der schwarze, leere Raum. Wochenlang habe ich mit ihm gehadert. Aber er blieb. Die Schöpfung braucht die Leere, die Dunkelheit, die Zeitlosigkeit.
Mehr als alle Worte, die ich seit Januar über meinen ganz persönlichen Yoga-Prozeß geschrieben habe, sagt dieser Quilt, was ich eigentlich meine. Allein mit mir sein, in God bin ich doch nicht allein. Wohin ich mich auch wende, God ist schon da. Und da ist all die Schönheit, die da blüht und knospt und God entgegenwächst, wie auch ich in mir Schönheit und Lebensfreude und Sehnsucht finde und die Gewißheit, selbst im Alleinsein bin ich nicht allein.
Vital Statistics: 70 x 105 cm (ja, diesmal metrisch) groß. Komplett aus Batikstoffen genäht und appliziert. Applikationen aus ArtYarn von Mrs Fadenwirkerin. Highlights aus Diamond-Stoffmalfarbe, Perlen diverser Farben und Wasserfarbe.
P.S. für “Beutezug”-Neugiernasen: ich habe mir Patchwork-Professional-Magazine und Supplies für’s ArtQuilten gekauft (Farbe, Blattmetalle und Co.). Keinen Stoff!
:: God ::
Bei den 12 wilden Schwänen von Starhawk / Valentine bin ich gerade im zweiten Elementepfad unterwegs (“Wanderung in der Wildnis”), wo es unter anderem um das Errichten eines Altars und die Anrufung einer Gottheit geht. Als ich das Buch zum ersten Mal durchgearbeitet habe, war mein Altar definitiv ein Göttinnenschrein. Jetzt ist er ein Yoga-Altar; ich schrieb hier schon mal mehr darüber. An der Bedeutung des Altars für mich und mein Leben hat sich eigentlich nichts geändert, denn nach wie vor spiegelt er meine Welt, meine Gefühle und Gedanken: was in seinem Zentrum steht, steht auch für mich im Zentrum. Was an seinen Rändern steht, existiert in der Peripherie meiner Wahrnehmung, oft nur ganz subtil zu ahnen, aber es ist dennoch wichtig und auf seine Weise präsent. Und was nicht darauf ist, sagt auch etwas aus. Auf Seite 123 heißt es in den 12 wilden Schwänen vom Altar: “Er muß stets sauber sein, und die Blumen-, Kerzen- und Speiseopfer sollten immer wieder erneuert werden”. Für mich stimmt das so nicht. Nicht mehr. In meiner spirituellen Krise (oder vielleicht ist das passendere Wort Transformation) blieb mein Altar oft für lange Zeit unberührt, und dann tummelten sich Staubflocken darauf. Zwar habe ich die Speiseopfer für die Ahninnen immer nach ein, zwei Tagen entfernt (ich lebe auf dem Land und solche Nahrungsquellen bleiben hier nie lange unentdeckt), aber Blumen hatte ich ewig nicht mehr hingestellt, geschweige denn Kerzen angezündet.
Erst nachdem ich mich von allem getrennt hatte, was mich mit meiner Beziehung zu Frau Göttin verband, erst nachdem ich meinen Altar komplett leergefegt hatte, fühlte ich mich in der Lage, einen behutsamen Neuanfang zu machen. Ich brauche den Platz und den Raum – die Leere. Luisa Francia schreibt (ich glaube, in “Die Sprache der Traumzeit”, bin mir aber nicht sicher), daß sie Leute nicht verstehen kann, die Leere toll finden, weil sie findet, daß es doch so viel Wunderbares gibt, das gesammelt werden will. Und ich kann Leute nicht verstehen, die sich mit so viel Sachen umgeben, daß keine Leere mehr bleibt. In der Leere, in der Stille liegen für mich so viele verlockende Möglichkeiten, daß mir Leere und Stille oft einfach so genügen, wie sie sind. Ich habe auch kein einziges Bild in meinem Wohnzimmer und in meinem privaten Zimmer hängen – kaum vorstellbar, oder? Für mich ist die Leere nicht leer, ist die Stille nicht still. Erst durch meinen leeren Altar fand ich den Mut, einen Neuanfang zu wagen. Erst in der Stille in meinem Inneren, ausgelöst durch Sadhana und Meditation, konnte ich mich für das Göttliche öffnen. Wieder öffnen. Anders öffnen. Erst im Schweigen finde ich Worte.
Mir wurde klar, daß es für mich verdammt schwer ist, von Gott zu sprechen. Gott ist ein Wort, bei dem ich Magenkrämpfe kriege. Gott, das ist der männliche Typ, in dessen unterschiedlichen Namen seit etwa sechs Jahrtausenden so viele Menschen leiden, sterben, gequält, gehaßt, verfolgt werden. Gott, das ist der monotheistische Gott der drei großen Religionen Christentum, Judentum und Islam. Das ist ein Etwas, das ich nicht anerkenne, das ich nicht mal wahrnehme. Gott, für den habe ich nur Verachtung und Hohn übrig, diese Karikatur der Schöpfergött— ahm. Der Schöpferkraft.
Merkt Ihr was? Ich habe mal geschrieben, daß ich das Gefühl habe, bisher in einem vorzüglichen Restaurant gesessen und gespeist zu haben, nun aber die Tür zur Küche gefunden zu haben, wo mir klar wird, woher all die Köstlichkeiten kommen, wie sie von wem zubereitet werden, kurz: ich habe das Gefühl, hinter die Masken von dem zu blicken, was ich bisher streng in Göttin und Gott teilte, weil ich Worte dafür brauchte. Auch weil ich durch und durch ablehne, was Machtgeilheit, Lebensfeindlichkeit und Gier für Elend über unsere Welt gebracht haben und dem eine mütterlich-schöpferische, großzügige Kraft entgegenstellte. Bloß – jetzt, wo ich in dieser kosmischen Küche stehe, wie will ich bezeichnen, was ich da sehe, was ich da empfinde und wahrnehme? Etwas in mir würde diese Macht gern Gott nennen, bloß bringe ich das nicht über mich, aus den oben genannten Gründen. Dieses Wort ist für mich spätestens seit meinem Theologiestudium völlig unbrauchbar geworden. Ein anderer Teil in mir schlägt stattdessen vor, diese Macht Göttin zu nennen, nur daß ich das nach der absoluten Funkstille auch nicht mehr kann.
Geholfen hat mir dann – wieder einmal – ein Vorschlag von Yogi Bhajan. Er nannte diese Macht God. G für generate (“erschaffen”), O für organize (“organisieren”) und D für destroy (“zerstören”). In diesem Sinne umschreibt God auf einfache, präzise Weise, was ich sagen will. Was ich meine, wenn ich an diese Macht denke. Wie ich sie erfahre. Obendrein ist für mich das Wort God nicht so ausgelutscht und negativ besetzt wie Gott, auch wenn Gott natürlich die Übersetzung von God ist – ich spreche zwar sehr gut Englisch, bin aber keine Muttersprachlerin. In God sehe ich auch die Gode, die Godin, die Göttin. Das paßt für mich. God ist, so ahne ich, das, wovon im Siri Guru Granth Sahib die Rede ist. Wovon wir im Japiji singen. Was wir meinen, wenn wir beim Yoga “Guru” oder “Har Ji” sagen.
Um noch einmal auf die 12 wilden Schwäne zurückzukommen: ich habe gerade gar nicht das Bedürfnis, God anzurufen. God durchdringt alles, God ist bereits anwesend, noch bevor ich rufen kann. Ich habe kein Bedürfnis nach einem anderen Ritual als Yoga.
:: Kraftbeutel ::
In einer Gruppe von Frauen wollen wir füreinander Kraftbeutel befüllen. Jede von uns hat sich ein Thema ausgesucht, das sie über einen längeren Zeitraum begleitet, und die anderen werkeln oder finden dazu einen Gegenstand, der dann in den Kraftbeutel der entsprechenden Teilnehmerin wandert.
Der Stoff für meinen Beutel erinnert mich an japanische Tätowierungen und paßt somit ganz wunderbar zu meinem Thema: Transformation. Außerdem konnte ich direkt ein bißchen mit der Glitzer-BlingBling-Farbe vom Stoffmarkt experimentieren
Ich freue mich riesig auf dieses Projekt!
:: Nochmal Osterwasser ::
(Diefenbach)
Den sonnigen Tag haben mein Mann und ich für einen Ausflug in den Kraichgau genutzt. Wir lieben es, die Bundesstraßen zu verlassen und dann über die Dörfchen und Weiler zu gondeln, die Gegend anzugucken und hier und da stehen zu bleiben, um zu photographieren. Wie der Zufall es wollte, fuhren wir heute auch durch Diefenbach, einen kleinen Ort in der Nähe von Maulbronn. Aus dem Augenwinkel sah ich gerade noch, daß es dort einen Osterbrunnen an der Durchgangsstraße gibt, also wendeten wir, um ihn zu photographieren.
(Flehingen)
Als wir gerade dabei waren, die Ausrüstung wieder zu verstaunen, kam ein älterer Mann auf uns zu. Er habe gesehen, daß wir den Brunnen abgelichtet hätten – ob uns dieses Brauchtum interessieren würde? Wie sich herausstellte, war er Freizeit-Heimatforscher, der eine beachtliche Liste mit Orten, in denen es geschmückte Osterbrunnen gibt, zusammengestellt hat. Diese Liste hat er großzügigerweise mit uns geteilt, und wir konnten ihm auch einen Brunnen nennen, den er noch nicht kannte. Wie cool ist das denn?
(Gondelsheim)
Da wir schon mehr oder weniger auf dem Heimweg waren und manche Orte heute auch wegen Ostermärkten total überlaufen waren, haben wir nur noch ein paar Brunnen, die auf der Strecke lagen, abgeklappert, aber im kommenden Jahr werden wir einen Kraichgau-Osterbrunnen-Phototour machen.
(Jöhlingen)
Weil ich dachte, daß ja vielleicht irgendwann mal jemand auf der Suche nach Osterbrunnen im Kraichgau über mein Blog stolpert, habe ich eine Karte mit den Brunnen in unserer Region zusammengestellt. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn Ihr mich wissen laßt, falls es hier weitere Osterbrunnen gibt, die ich noch nicht kenne.
:: Osterwasser ::
In unserer Region hier gibt es noch den heidnischen Brauch, Quellen bzw. Brunnen zu Ostern besonders herauszuputzen, auch wenn heute meist die Kirche oder Vereine Träger dieser Tradition sind. Dem Osterwasser, das vor dem Sonnenaufgang am Ostertag idealerweise von Jungfrauen geschöpft werden soll, wird seit jeher heilende Wirkung nachgesagt. Bevor ich darauf näher eingehe, möchte ich erstmal den Begriff “Jungfrau” definieren. Eine Jungfrau ist eine junge, ungebundene Frau, die noch keine Kinder geboren hat. Keineswegs aber ist sie eine sexuell enthaltsame Frau, deren Hymen noch intakt ist – das ist die patriarchale Umdeutung und sagt vor allem was über die Typen aus, die auf sexuell unerfahrene, dem Diktat männlicher Lust unterworfene Frauen fixiert sind. Die Zeit der jungen Göttin ist der Frühling und die Jungfrauen, die das Osterwasser schöpfen, wurden als ihre Inkarnationen verstanden, die dem Land und den Menschen ihren Segen brachten.
Für unsere Ahninnen und Ahnen war das Osterwasser wohl vor allem deswegen mit heilsbringenden Eigenschaften assoziiert, weil viele Quellen und auch der Dorfbrunnen über den Winter zufroren und es eine “Heiden”arbeit war, den täglichen Wasserbedarf zu decken. Wer mal einen ganzen Winter lang probiert hat, einen Gartenteich am kompletten Zufrieren zu hindern, weiß, was ich meine. Um Ostern / das Equinox herum, wo die Sonnenstunden schon wieder merklich mehr geworden sind, flossen meist auch wieder die Quellen ungehindert bzw. blieb der Dorfteich eisfrei.
Das Osterwasser wurde dafür verwendet, Wunden zu waschen. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß die Haut den Winter über immer trockener und rissiger wird und daß es mit der Hygiene in früheren Zeiten jetzt nicht so dolle war, kann man sich vorstellen, daß das goldene Zeiten für Ekzeme, Mykosen und Hautparasiten waren. Mit dem Osterwasser wurden auch Augen ausgespült. Angeblich konnte es Blindheit heilen; ich persönlich vermute, daß das klare, kalte und damit keimarme Wasser schlichtweg dabei half, den “Kniest” des Winters auszuwaschen, der z.B. Bindehautentzündungen und dergleichen ausgelöst haben wird. Die innerliche Anwendung des Osterwassers sollte den Stoffwechsel ankurbeln, die Schlacken des Winters austreiben und den Körper empfänglich machen für die vitalstoffreiche Frischkost, die um das Equinox herum mit dem Ergrünen der Natur wieder verfügbar wurde.
In zwei Dörfern in unserer direkten Nachbarschaft, nämlich in Spöck und in Büchenau, werden die Dorfbrunnen jedes Jahr zur Osterzeit mit Girlanden aus immergrünen Pflanzen und Eiern geschmückt. In Spöck vegan und ökologisch inkorrekt mit Plastikeiern, in Büchenau unvegan und ökologisch korrekt mit Hühner- und Gänseeiern von glücklichen Büchenauern Henderln.
Gibt es in Eurer Region auch solches Osterwasserbrauchtum?
:: Wardruna ::
Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: das neue WardrunaAlbum “Yggdrasil” ist seit dem 15. März draußen.
Like!!!
:: Bija ::
Bij oder Bija (Sanskrit) bezeichnet den Samen. Bij-Mantren sind einsilbige Mantren wie zum Beispiel Om oder auch Ong: Urklänge, Urenergien. Wie in jedem Samen, steckt auch in den Urklängen Schöpfungskraft.
Nach den turbulenten letzten Wochen, in denen ich mich zwischen Abschied und Neubeginn zerrissen gefühlt habe, habe ich beschlossen, einen Schnitt zu machen. Es zieht mich so sehr in eine Richtung, daß es einfach keinen Sinn machen würde, weiterhin zu zögern oder zu verharren. Ich habe keine Ahnung, wohin die Reise geht. Ich habe keinen Plan und nicht einmal einen Rettungsring, aber ich habe losgelassen und mich diesem Strom anvertraut, der mich wie Wellen an andere Ufer trägt.
Ich habe neulich schon von meinem Altar geschrieben, der mich jetzt seit 14 Jahren begleitet. Seit Wochen schaue ich ihn jeden Tag mehrmals intensiv an und spüre hinein. Er war für mich bisher ein wichtiger Ankerplatz in meinem Leben, in meinem Haus, in meiner Spiritualität. Und wichtiger noch, er war belebt. Mehrmals am Tag stattete ich ihm einen Besuch ab, blieb mal auf ein paar Zentimeter Räucherstäbchen zu Besuch, saß mal einfach kontemplativ davor, habe Dinge hingebracht oder weggenommen, Geschenke und Speisen für die Ahnen abgelegt, sowas eben. In letzter Zeit habe ich nichts davon gemacht, und ich kann es nicht mal auf meine Beinverletzung schieben. Die Wahrheit ist, der Altar war verwaist. Kali thronte über ihm, aber wann immer ich versuchte, Kontakt aufzunehmen, passierte nichts. Keine Ablehnung, nicht mal das. Als ich das Gefühl hatte, wirklich nur noch mit einem Wandbild und nicht mit der dahinter existierenden Entität zu reden, kam der Gedanke, das Bild abzuhängen, zum ersten Mal. Ich habe mich schwer damit getan, das einfach zuzulassen, aber eigentlich war mir klar, daß die Zeit vorbei ist.
Und Anfang der Woche war es soweit. Ich habe alle Dinge von meinem Altar geräumt, abgestaubt, die Decke in die Wäsche gebracht. Dann waren nur noch Kali und ich da. Ich habe sie von der Wand genommen. Erst war es merkwürdig, dann plötzlich ok. Ich fühlte Dankbarkeit und Freude, für die gemeinsame Zeit, für die Erfahrungen und über das Gefühl, meine Weiterentwicklung endlich befreiten Herzens annehmen zu können. So ein bißchen wie bei einem Abschied von einem Partner oder einer Freundin, wenn man feststellt, daß es nicht mehr paßt, aber daß man den anderen doch noch sehr schätzt und nichts dagegen hat, sich irgendwann mal auf einen Tee zu treffen.
Schließlich habe ich den Altar neu eingedeckt: eine helle Tischdecke mit ein bißchen Violett drin, Symbol für Tabula Rasa und auch das siebte Chakra, das sich dem Göttlichen öffnet. Meine Klangschale, mit der ich mein tägliches Sadhana beginne und auch wieder beende. Meine Mala in einer Jakobsmuschel, Symbol für meine spirituelle Pilgerschaft und die Zyklen, die ich dabei durchlaufe. Meine Kara, Zeichen meiner Disziplin, meiner eingegangenen Verpflichtung und letztlich auch Symbol für Ek Ong Kar. Mein Lotus-Teelicht. Meinen Yogi-Bhajan-Kalender. Meine Jahreskreisplatte. Eine Abalone und eine getöpferte Teelichtkugel, beides Geschenke.
Als ich später am Tag nach einer längeren Abwesenheit in mein Zimmer zurückging, hat mich die andere Energie schier überwältigt. Es fühlte sich so klar, so “pure” und richtig an. Angekommen. Verbindlich. Konkret.
Noch etwas später wollte ich Yoga machen. Bisher habe ich dazu immer ausschließlich und absolut konsequent (will sagen: bis hin zu den Strümpfen) Schwarz getragen, so ganz anders als es für KundaliniYoga üblich ist. Bloß – jetzt fühlte sich Schwarz nicht mehr passend an. Ich schlüpfte mit sehr gemischten Gefühlen in meine weißen Sachen, die ich bisher aus dem einfachen Grund nicht tragen wollte, nicht tragen konnte, weil mich weiße Kleidung stark an meine lange Krankenhauszeit erinnert hat. Auf einmal war es ok. Nein, mehr als das. Es war richtig. Verdammt fremd und merkwürdig und hell, aber richtig. Allerdings merkte ich bereits bei der Einstimmung, daß das Weiß etwas verändert. Bislang hatte ich beim Yoga auch keine Kopfbedeckung getragen, teils weil ich eben eine renitente Person bin und nur zu gern irgendwelche (Kleidungs)Vorschriften aushebele, teils weil ich einen Quadratschädel habe, dem keine Kopfbedeckung passen wollte, und teils weil ich öfter mal Augentropfen benutze und mir beim Auf- und Absetzen der Brille schnell die Bügel verbiege, wenn das Hauberl zu eng anliegt. Zum Glück hatte ich mir schon letzten Sommer Turbanstoff zugelegt, den ich jetzt um meinen Kopf wand. Perfekt!
Ich bin auf dem Weg. Ich bin dankbar für all die Erfahrungen, die ich auf dem Göttinnenweg machen durfte, und hey, einen schöpferischen Manngott finde ich immer noch undenkbar, aber ich hab den Samen ausgebracht und er öffnet sich allmählich.
Bija.
:: Goddess without – Yoga within ::
Ich habe das Gefühl, in den letzten Tagen einen kleinen Schritt in meiner Auseinandersetzung mit Göttinnenspiritualität und Yoga weitergekommen zu sein. Für mich stellt es sich augenblicklich so dar:
Göttinnenspiritualität ist individuell. Jede bekommt (oder bekommt eben nicht) ihren persönlichen Zugang dazu, hat eigene Göttinnen / Götter, mit denen sie sich verbunden fühlt, und hat ihr eigenes Handwerkszeug (darunter fasse ich sowas wie Rituale, Meditationen, Spells, Anrufungen und Co. zusammen, im Grunde die komplette praktische Seite). Die Ergebnisse, die diese Form von Spiritualität liefert, sind meines Empfindens sehr unterschiedlich und nicht reproduzierbar. Susun Weed hat das mit dem Symbol der Spirale ausgedrückt.
KundaliniYoga ist individuell und reproduzierbar. Natürlich bekommt auch hier jede ihren persönlichen Zugang dazu (oder eben nicht), doch hinter Yoga steckt eine Wissenschaft, die reproduzierbare Ergebnisse liefert. Körperübung A beansprucht Muskelgruppe B, welche wiederum Einfluß auf Drüse C nimmt und daher eine bestimmte Sekretion D auslöst, welche die geistig-spirituelle Erfahrung E verursacht. Das Symbol dafür wäre wohl der Kreis.
Das, was ich hier künstlich voneinander getrennt habe, wird vermutlich für viele gar nicht so besonders unterschiedlich sein, das ist mir klar. Für mich jedoch macht das einen enormen und relevanten Unterschied, der für mich umso bedeutender ist, als daß ich eine Erkenntnis hatte, die mich ziemlich bedrückt hat: in den Krisenzeiten in meinem Leben war die Göttin für mich nicht erreichbar. Ich meine damit nicht, daß ich ein passives Verhalten angestrebt habe, so nach dem Motto “Göttin, ich lege das in Deine Hände, regel das doch mal bitte für mich”. Ich rede schlicht davon, daß ich mich in Krisen nicht einmal mehr an sie wenden konnte. Kein Anschluß unter dieser Nummer. Schweigen im Walde. Yoga hingegen kann ich auch in Krisenzeiten erreichen.
Zur Zeit würde ich es vorsichtig so formulieren: die Göttin ist außerhalb von mir, Yoga ist innerhalb von mir. Goddess without, Yoga within. In der Göttinnenspiritualität erfuhr ich die Göttin als mein Gegenüber, unabhängig davon, ob ich nun eine Schöpfergöttin ansprach oder eine andere Erscheinungsform (wie z.B. Kali). Ich konnte Aspekte von Göttinnen in mir finden (beispielsweise wenn ich annehme, daß jede meiner Zellen von Göttinnenenergie durchdrungen ist), aber im Grunde war die Entität Göttin immer im Außen. Ein Du. Und ein Du kann die Kommunikation auch ablehnen. Yoga hingegen ist within und dadurch bekomme ich viel leichter Zugang dazu. Im Grunde muß ich mir nur dazu entscheiden, es zu tun – und dann findet es statt und wirkt. Selbst wenn ich einen schlechten Tag habe und die Übungszeit verkürze, selbst wenn ich eine Übung überhaupt nicht machen und mich nur auf sie einschwingen kann, selbst wenn ich keine Wirkung spüre, funktioniert es.
Das festzustellen, war für mich ein wichtiger Schritt. Was genau das jetzt für meine Göttinnenspiritualität heißt, ist mir noch nicht bewußt, vielleicht mal abgesehen davon, daß ich gerade stark in Frage stelle, wieso ich überhaupt noch Zeit und Energie (auch in Form von Geschenken / “Opfern”, Ritualen und Co.) da hineinstecken soll, wenn Frau Göttin mir nicht mal ein “ich höre Dich” in Krisenzeiten gönnt, umgekehrt aber gern das annimmt, was ich ihr bringe. Was für eine Art Beziehung soll das sein? Natürlich könnte man jetzt argumentieren, daß das alles nur dazu dient, meinen Glauben auf die Probe zu stellen – aber erstens bin ich keine Christin, die meint, sich durch Leid beweisen zu müssen, und zweitens ist das ja nicht das erste Mal, daß ich in einer Krise nur Schweigen bekomme. Für mich funktionieren Freundschaften auf diese Weise nicht. Damit muß ich dann leben. Und die Göttin auch.
:: Gone Baby Gone ::
Auf unserem Hof stand ein etwa 50 Jahre alter Kirschbaum. Der Baum war es, der als erstes ins Auge fiel, wenn man unser Grundstück betrat. An dem Baum hingen viele Erinnerungen der Menschen, die vor uns hier lebten. Bei mehreren Gelegenheiten haben sie uns erzählt, wie ihr Vater den Baum gepflanzt hatte, der so viele Kirschen abwarf, daß täglich zwei Eimer voller Früchte dem damals ansässigen Kindergarten geschenkt werden konnten. Oder wie ihre Mutter wannenweise Kirschen eingelegt hatte.
Wir haben den Baum heute fällen lassen. Gerade heute, zu Neumond, wo ich in einer kleinen Gruppe von Frauen das Buch “Wege zu den alten Göttern” von Vicky Gabriel und William Anderson durchzuarbeiten beginne. Gerade heute, wo ich davon gelesen habe, daß es ein schönes Symbol wäre, zu Beginn dieser Arbeit einen Samen auszupflanzen. Für mich fühlt es sich richtig an, nichts Neues auszusäen, sondern erstmal tabula rasa zu machen – auf meinem materiellen und spirituellen Grund. Ich wollte den Baum nicht mehr, weil er mir Luft und Licht nahm, weil ich die Menge der Früchte als Last empfand, weil ich so oft fegen (lassen) konnte, wie ich wollte, und dann doch wieder der ganze Weg voller Kirschkerne war, auf denen ich nicht laufen konnte. Weil ich es als Last empfand, die Erinnerungen fremder Menschen und vergangener Generationen auf meinem Grund zu beherbergen.
Ähnlich geht es mir mit meiner Spiritualität. Ich reiße aus, subtrahiere, schließe ab. Ich bin dankbar für die Erfahrungen, für die Impulse, aber ich will nicht darin verharren. Ich kann nicht darin verharren. Als ich heute die Lektüre in dem Buch begann, mußte ich schmunzeln, denn so vieles, was dort zum Thema Priesterschaft für die alten Götter steht, nenne ich Yoga. Die Suche nach der spirituellen Heimat. Atemarbeit. Körperarbeit. Energiearbeit. Die Erinnerung daran, daß wir mit allem verbunden sind. Ich mache mir keine Illusionen: am Ende wird die Erkenntnis stehen, daß Yoga und Naturspiritualität im Grunde nur zwei Schwingungen desselben Kristalls sind. Aber im Moment scheint es mir, daß es bloß noch ein kleines bißchen Mut, einen kleinen Stups braucht, damit ich mich traue, mal auf einer anderen Schwingung zu reiten. Und die Welle auszureiten. Das hat mit Hingabe und Vertrauen zu tun. Adees tiseh adees.
:: Und jetzt? ::
Im Januar 1999 habe ich zum ersten Mal meinen Altar eingedeckt. Plätze, an denen ich für mich wichtige Dinge wie Naturfundstücke, Postkarten und sowas arrangierte, hatte ich schon seit meiner frühen Kindheit, aber das war etwas Anderes. Diesen neuen Ort “Altar” zu nennen, war für mich aus mehreren Gründen wichtig. Wie wir Dinge benennen, hat starken Einfluß auf ihre Wertschätzung und auf ihre Wirkung. Es war für mich damals auch die klare Botschaft an mich selbst: ich bin eine Hexe.
Der Weg, der nicht aus dem Nirgendwo entstammte (will sagen: vor der ersten Selbstbenennung als Hexe gab es schon spirituelle Erfahrungen und Praxis), setzte sich fort. Wie es sich für echte Wege gehört über verschiedenes Gelände, über Berge und Täler, durch Schatten und Licht, über Geröllfelder und vorbei an blühenden Äckern und Müllhalden. Viele von Euch kennen das selbst, das Eine kommt zum Anderen, vermischt sich, emulgiert zu einer funktionierenden Eigenkreation. Ich habe Magie nicht von der Pieke auf gelernt; für mich war Magie immer was Intuitives, das für mich so leicht umzusetzen war wie Atmen. Ich habe trotzdem viele Sachen ausprobiert, die andere Leute für essentiell hielten, und was davon für mich funktionierte, blieb, oder wurde solange umgemodelt, bis es paßte. Ich kann reisen, ich kann heilen, ja, eine Trommel habe ich auch. Mein Räucherwerk mache ich selbst. Kerzenzauber, Jahreskreisrituale, spirituelle Geburtsvorbereitung, Sterbebegleitung, Handfasting, Namensgebungsritual, Menstruationszauber, Küchenmagie – alles schon gemacht, hat auch alles Ergebnisse geliefert (nicht immer vorhersehbare, natürlich nicht, aber hey – that’s life). Ich hab meine Nase in viele Töpfe gesteckt, neugierig wie ich nunmal bin und das führte mitunter zu echt skurrilen Situationen: Novizinnen der Zeremonialmagie, die heillos in ihrem weißen Ritualgewand vor Kälte schlotterten und darüber ihren Text vergaßen, Wicca-Rituale, in denen das ganze Vorgeplänkel eine Stunde, das eigentliche Ritual zwei Minuten dauerte, machtorientierter ich-bin-Gott-LHP-Krempel, schamanische Gemeinschaftsrituale, Reclaming-Kreisrituale, PolitSpells – such’s Dir aus.
Ich hoffe, ich klinge nicht so gelangweilt und fertig mit allem, wie es für mich selbst den Anschein hat. Klinge ich so?
Tatsache ist, es fühlt sich für mich alles nicht mehr richtig an. Taub. Blind. Wie ein unbeantworteter Anruf. Wie das taube Gefühl transplantierter Haut. Seit dem Sommer verändert sich meine Spiritualität und ich stehe dem machtlos gegenüber. Ich habe schon mehrmals probiert, das in blogtaugliche Form zu bringen, aber die Wahrheit ist, daß ich das nicht schaffe. Ich bin einfach erschüttert. Ich habe nämlich gedacht, irgendwo in diesem bunten Potpourri hätte ich meine spirituelle Heimat gefunden. Ich – gynozentrisch, schamagisch, Küchenmagie betreibend. Ich – Freundin der Göttin und ganz besonders Kali verbunden. Aber vieles, was ich für meine spirituelle Heimat hielt, fühlt sich nicht mehr gut, nicht mehr wohlig an. Bloß daß ich darüber noch nie bei anderen gelesen oder gehört habe. Bloß daß ich dafür keinen Grund finden kann, wo doch alles, was ich getan habe, funktioniert hat.
Nehmen wir mal die Geschichtsschreibung. Angeblich sind vor 5000 Jahren aus dem Nichts Stadtstaaten entstanden, patriarchale Vorzeigeobjekte. Mich langweilt das einfach nur noch, weil ich weiß, daß dem nicht so ist. Es ist eine Lüge, die kolportiert wird, aber dadurch dennoch nicht wahr wird. Schön, und jetzt weiß ich also, daß die frühen Kulturen matriarchal waren, daß die Frauen die Wiege der Zivilisation geschaffen haben. Und jetzt? Oder nehmen wir die ganz grundlegenden magischen Handgriffe wie Kreisziehen und die Winde anrufen. Hab ich tausendmal gemacht, es hat funktioniert. Und jetzt? Oder schamanische Reisen. Ja, ich kenne mein Totem, ich kenne meine Krafttiere, und nein, ich hänge nicht ständig drüben rum, weil ich finde, das hat was von nervigem Anderswelttourismus. Und jetzt?
Ich bin an einem Punkt angekommen, wo ich mich ständig nach diesem ominösen “und jetzt?” frage. Und ich frage mich, ob ich mich das fragen würde, wenn ich meine spirituelle Heimat wirklich schon gefunden hätte. Weil ich das Vorurteil hatte, daß ich dort eine gewisse Sicherheit finden würde. Oder Behaglichkeit. Oder Vertrautheit. Ich dachte, mit der Spiritualität wäre es wie mit einer guten Ehe: auch nach Jahren entdecke ich noch was Neues und freue mich immer wieder darauf, meinen Partner zu sehen. Was in meinen Partnerschaften funktioniert, funktioniert nicht in meiner Spiritualität. Ich fühle mich gelangweilt. Kraftlos. Ausgelaugt.
Mein Altar, der mir so viele Jahre lang so wichtig war, ist verwaist. Kali ist noch da, aber wir sprechen nicht mehr viel miteinander. Meine Jahreskreisplatte ist da, weil der Jahreskreis das Einzige ist, was übrig geblieben ist. Ansonsten liegen auf meinem Altar nur noch Dinge, die ich zum Yoga benutze oder die mit Yoga zu tun haben. Meine Mala, meine Kara, mein Lotus-Teelicht, meine Klangschale, sowas. Und dann ist da diese Sehnsucht. Die Göttin ist für mich erfahrbar (gewesen), aber jetzt fühlt es sich an, als könnte ich dahinterblicken. Einen Blick auf das erhaschen, was auch sie antreibt. Ich habe (noch) keinen Namen dafür.
Es gibt Tage, an denen denke ich, oh wow, ich hätte jetzt richtig Lust auf Fischstäbchen! Ich esse keine, aber die Lust darauf ist da, wohl auch verbunden mit Erinnerungen an meine Kindheit. Ich esse keine, weil ich entschieden habe, daß ich mich vegan ernähre. Und das tu ich, weil ich meine, daß Tiere ein Recht auf Unversehrheit haben. Und genauso gibt es jetzt Tage an denen ich denke, oh wow, es wäre toll, wenn ich mich dem Sikhismus, der für mich, da ich Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan mache, zu Yoga dazugehört, einfach hingeben könnte. Ich fühle mich dahingezogen, zu einer monotheistischen Religion, für die Gott das allumfassend Göttliche bezeichnet, die aber nur zu oft Gott als Mann betrachtet (Sprache ist ja so entlarvend). Dann denke ich, scheiß doch der Hund drauf. Kein Mensch kriegt es mit, wenn ich jetzt diese Richtung einschlage. Und dann bin ich wieder bei den Fischstäbchen. Es würde ja auch kein Mensch mitkriegen, wenn ich doch welche äße. Ich tu es nicht, weil ich das als für mich falsch erkannt habe. So wie ich eigentlich auch Monotheismus für mich als falsch (Du kannst etwas abgemildert sagen: nicht passend) erkannt habe. Wäre denn Sikhi für mich rein monotheistisch? Nein. Könnte es gar nicht sein. Das allumfassend Göttliche, das ist – nun ja – alles. Ich merke aber, daß es diese Grenzen in meiner Handlungsfähigkeit gibt, die ich mir selbst gezogen habe, auch Grenzen in dem, was ich denken, was ich zulassen kann.
Der Aufbruch zu einer gynozentrischen, erdverbundenen GöttinnenSpiritualität hat sich so perfekt, so richtig angefühlt. Und jetzt ist das alles so entseelt, so entzaubert für mich. Erfahrbar ist Yoga. Die Kraft hinter Yoga. Das Göttliche. Oder wie die Sikhs es sagen: So Purkh. The Primal God. Ich fühle mich so zerrissen zwischen dem, was ich bisher erfahren durfte, und dem, was ich jetzt erfahre. Zwischen dem, was bisher funktionierte, und dem, was jetzt funktioniert. Ich habe Angst, diesen Schritt zu machen. Mich fallen zu lassen. Ich balanciere seit dem letzten Frühsommer auf dem Rand einer Suppenschüssel und kann weder hineinspringen noch mich dazu entschließen, mich auf’s Trockene zu retten. Und Zerrissenheit war bisher nie eine Option für meine Vorstellung von spiritueller Heimat.
Und jetzt?



















