:: Bedenke, woran Du glaubst V ::
Eigentlich wollte ich meine “bedenke, woran Du glaubst”-Reihe noch ein bißchen fortsetzen, mich als nächstes Jesus zuwenden, dann Maria Magdalena, dann den frühen christlichen Gemeinden, Paulus, den frühen Kirchenvätern wie Justinian, Augustinus und Origenes. Vielleicht hätte ich auch noch eine Exkursion ins Mittelalter gemacht oder in die frühe Neuzeit. Auch immer in Hinblick auf die heutige Situation der Frauen in den christlichen Kirchen.
Aber irgendwie….
Beim Aufräumen meiner alten, uralten Dokumente auf dem neuen Notebook bin ich auf einige Seminararbeiten, Papers und Referat-Hand-Outs aus meiner Studienzeit gestoßen. Interessant, das alles mal wieder zu lesen, meine Zweifel am Wüstengott, an der Kirche, recht bald (2. Semester) auch an meinen Profs, die sich zwar rühmten, Wissenschaftler zu sein, auf meine hartnäckigen Fragen letztlich aber immer nur ein “Gottes Wege sind unergründlich” rauswürgen konnten. Dann die christliche Gemeinschaft von Studierenden. Nach außen hin alle gut Freund, innendrin dasselbe banale Gehacke und Gehetze wie in anderen Gruppen auch.
Im Moment habe ich überhaupt keine Lust, weiterhin meine Lebenszeit dafür zu geben, mich mit dem Christentum und der Kirche auseinanderzusetzen. Ich denke schon, daß meine Artikel diesbezüglich wichtig sind, aber je mehr ich mich mit der Absurdität und bigotten Logik des Christentums befasse, desto mehr Zorn regt sich auch in mir. Die christliche Kirche hat gerade uns Frauen so viel eigene Identität genommen und sie durch eine ausbeuterische Denk- und Handlungsmaxime ersetzt, daß mir zur Zeit einfach nur übel und kalt wird, wenn ich daran denke. Und wenn ich sehe, daß dieses patriarchale, hierarchische Gebilde sich immer noch auf den Schultern von dienstbaren, devoten, gehorsamen Frauen trägt, dann verstehe ich einfach nicht, wieso nicht mehr Frauen ihren Verstand, ihr Gefühl gebrauchen, um sich klarzumachen, was und wem sie da dienen, und stattdessen ihre Kraft, ihre Energie, ihre Kreativität und ihre Zeit für sich nutzen. Für mich heißt stillschweigende Duldung auch nichts anderes als einem krankhaften System zuzuarbeiten.
Abschließen möchte ich diesen meinen Artikelzyklus mit einem Zitat von Gail Murray:
7 Kommentare
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Bäumchen:
Verstehe dich sehr gut. Mir gehts ähnlich. Danke für deine Artikel, die sind toll.
Bäumchen, die zurzeit ziemlich erschöpft ist. -
miss viwi:
…toller Blog, gefällt mir sehr gut.
alles Liebe und ♥-liche vegane Grüße aus Österreich, miss viwi
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Daadeemaa:
liebe amala,
du benennst oft, was ich fühle und denke. du fidnest so treffende worte – auch hier. -
Amala Krähenfeder:
vielen dank, ihr drei, das bedeutet mir viel.
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Manuela:
warum frauen das weiter machen? immer noch machen? ja, wenn ich da mal ein naheliegendes beispiel nennen darf: ich täte es heute noch, hätte mich nicht mein körper verlassen, mir endlich grenzen gesetzt. erst dann kann überhaupt das denken und ERKENNEN einsetzen.
erkennen, was frau da tut und warum.
schwierig, leider.
alle guten wünsche
m. -
Holla die Wildfee:
Ich mag deinen Blog sehr. Vor allem, weil er mich auch immer wieder daran erinnert, worum es eigentlich geht in meinem Leben.
Dass du gerade nicht mehr viel Zeit auf das Christentum und die Auseinandersetzung damit zu verwenden, kann ich gut verstehen. Auch wenn ich es trotzdem sehr genießen werde, falls du doch mal wieder etwas zu dieser Thematik schreiben solltest. -
Belladonna:
Hallo,
der Artikel spricht mir aus dem Herzen!
Statt dort noch Zeit zu verschwenden, wende ich mich doch lieber den Menschen und Dingen zu, die mich wirklich fordern, fördern und weiterbringen in meiner Entwicklung!
Danke für Deine Seiten, ich habe leider keine eigenen Seiten, keine Zeit, nicht die PC_ Kenntnisse…. Ich lese aber viel und Danke allen Frauen, die sich so viel Mühe damit machen!
