Archiv: Freitag, 27. Januar 2012
:: Quiet Day ::
Gestern hätte ich meinen wichtigen Termin gehabt, vor dem ich so aufgeregt war. Ich wachte mit Kopfschmerzen auf und dachte, ich würde lieber daheim bleiben. Oder eigentlich vielleicht auch nicht, immerhin ist es doch wichtig. Mein Mann und ich fuhren hin, fast eine Stunde, waren zu früh dran. Besuchten den Neckar. Immer noch zu früh. Kehrten ein, tranken heiße Sojaschokolade mit Chili. Dann war es soweit. Herzklopfen. Ich dachte, ohbittebittebitte, es hängt soviel davon ab. Ein Blick in die Augen meines Gegenübers. Da stimmt was nicht. Er sagt, er hat es vergessen. Hat den Termin, hat mich vergessen. Es war, als hätte jemand den Stecker rausgezogen. Ganz plötzlich keinen Strom mehr, keine Energie. Bleischwer und müde. Später saß ich im Auto und heulte vor Enttäuschung und Wut. Ich fasse es nicht, hab ich immer wieder gesagt. Ein langer Heimweg, Schmerzen, Halsweh. Den Rest des Abends wurde ich nicht warm, nicht einmal vorm Kamin. Ging früh ins Bett, wollte nichts mehr sehen oder hören. Nachts fühlte ich mich fiebrig und krank.
Heute tut mir noch der Hals weh und ich mag nicht reden, aber ich fühle mich sehr ruhig und bei mir. Habe mir entgegen meiner Gewohnheit Tee gekocht, aber die Halsschmerzen sind hartnäckig. Mein Körper fühlt sich müde und träge an, wie früher nach sehr viel Sport. Ich genieße die Stille im Haus, die nur vom Knacken der Holzscheite im Kamin unterbrochen wird. Gut, daß heute ein grauer, nieseliger Tag ist, das dämpft die Welt noch ein bißchen mehr.
Schneckenhausgefühl.


