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Archiv: August 2011

:: Auf dem Berg und im Tal ::

Nach dem Frühstück stand fest, daß wir alle Sonne und Auslauf brauchen. Also ging es heute mal ins Grüne, anstatt weiterzumontieren und auszupacken: auf den Michelsberrig. Wie so viele Kraftorte (Berg, Stein, Baum und Quelle) ist auch er mit einer christlichen Kapelle gedeckelt worden, aber das kratzt weder den Ort noch mich. In der Sonne löst sich die Anspannung der letzten Wochen ganz gemächlich auf, meine Haut und Seele tanken auf. “Hallo”, sage ich, “ich wohn jetzt endlich hier”. Tatsächlich können wir von unserem Haus aus den Berg sehen. “Hallo”, sagt der Berg, “nimm Dir, was Du findest”.

Und ich finde nicht nur ein kleines Schneckenhaus, sondern zehn große. Das gab’s noch nie bei nur einem Spaziergang. Ich finde Brombeerblätter und Sanddorn, was ich alles genüßlich kaue, während über mir die Schwalben piourettieren. Ich finde inneren Frieden, so in Verbundenheit.

Später im Rheintal begegnen mir drei Graureiher auf einem Feld. “Wir warten”, sagen sie. “Ich nicht mehr”, sage ich und ziehe weiter.

Beim Bauern um die Ecke gibt es Kürbisse, Brombeeren und Erdbeeren. Ich bin verdutzt; als Ex-Stadtkind dachte ich immer, Erdbeeren gäbe es nur im Frühjahr. “Nö, siehste doch”, sagen die Erdbeeren und kichern. Stimmt natürlich.

In unserem Zaubergarten sind Hopfen, Hollerbeeren, rote und weiße Weinbeeren reif (die werden auch von Feldwespen und Hornissen besummt, die sehr zufrieden aussehen). Und Nesseln, die ich gierig als Brühe in mich hineinschlürfe. Im Laufe des Septembers werden wir jede Menge Quitten und Walnüsse ernten können – muß mir noch anlesen, wie ich das alles am besten konserviere, damit wir im Winter davon zehren können. Ich rufe die Alte in mein Leben. “Ich muß von Dir lernen”, sage ich. “Das siehst Du richtig”, sagt sie. “Fang mal damit an, daß Du mir ein Bier ausgibst”. Mach ich.

Danach bin ich wieder bereit, noch mehr Kisten auszupacken, aber nur ein paar. Schließlich will der Kürbis in den Ofen geschubst werden. “Mit Algen und Curry”, verlangt er. Ich nicke.

Amala Krähenfeder, 31.08.2011, 17:27 | Abgelegt unter: SchaMagisches | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: Irgendwie da ::

Irgendwie sind wir da. Was für eine Reise!

Außer einem Kühlschrank, meinem Bett und dem Internet funktioniert hier noch gar nichts. Überall Gerymple, Kartons, Werkzeug. Dazwischen vier Katzen, die ihre Rangordnung neu ausdiskutieren, weil doch eine Neue dazugekommen ist. Und draußen regnet’s Bindfäden.

Der Umzug als solcher hat gut geklappt und dank dem bombastischen Catering von Andrea sind wir auch nicht verhungert. Nochmals tausend Dank an Dich! :)

Ich finde es ganz interessant, wie sehr dieser Umzug mich dazu bringt, über Besitz nachzudenken. Schon beim Einpacken habe ich mich von vielem getrennt, aber bereits das Auspacken des Bestecks brachte mich ins Grübeln: wozu in aller Welt habe ich mir einen Zestenreißer und einen Kugelausstecher gekauft?! Wenn ich jemals Zesten von Zitrusfrüchten brauche, nehme ich die Schale dünn mit dem Sparschäler ab und schneide sie dann mit meinem Srinky in Zesten. Und ich habe noch nie eine Frucht in Bällchen ausgestochen, egal, wie haute-cuisine-mäßig das aussehen mag, weil’s mir schlicht zu lästig ist. Also weg damit!

Es wird bestimmt noch einiges geben, dessen ich mich entledigen werde. Mir scheint es, als ob Zeug, das erstmal da ist, ständig Energie abzieht. Ich muß es aufbewahren, in Schuß halten, abstauben und mich daher immer wieder – auch unterschwellig – damit beschäftigen. Das gilt auch für meine geliebten Bücher. Ich habe einen ganzen Raum voller Bücher. Ein ganzes Zimmer voll. Du liebe Zeit, das les ich doch nie wieder! Und was, wenn ich in zehn Jahren denke, och, den Alfred-Andersch-Roman, den ich in der 10. Klasse gehaßt habe, muß ich unbedingt nochmal lesen? Na, dann leihe ich ihn aus oder kaufe ihn von mir aus neu. Wieso halte ich dieses Buch jetzt fest? Diese Frage werde ich mir dann wohl beim Auspacken sämtlicher Bücher stellen, denn wir haben locker so an die 5000 Stück, nicht gerechnet Kinderbücher, Patchworkbücher, Fachbücher und Zeitschriften. Argh! Ach ja, habe ich erwähnt, daß ich vor dem letzten Umzug schonmal so etwa 500 Bücher rausgeworfen habe? (…!!)

Dann sind da meine orthopädischen Stiefel. Jedes Paar kostet ca. 1400 €, dagegen kann jeder trendy Stöckelschuh abstinken. Nur kann ich die alten Stiefel nicht mehr tragen, meine Füße haben sich verändert. Ich werde nie wieder in sie reinpassen. Wieso habe ich sie auf? Weil sie teuer waren?

Oder dieser 5-Kilo-Granitmörser. Als Türstopper einfach genial, aber ich zermörsere nix dadrin. War mir schon immer zu anstrengend, und jetzt mit dem Vitamix brauche ich ihn nicht mehr. Hebe ich ihn auch auf, weil er mal teuer war? Oder weil ich meine, im Falle eines Stromausfalls immer noch frisches Pesto zubereiten zu müssen? Das ist doch absurd.

Und so reiht sich Ding an Ding, das ich besitze, aber nicht (mehr) benutze. Überdies habe ich ja auch ein produktives Hobby, sprich: Quilts, Wandbehänge, Kissen und Accessoires werden eher mehr denn weniger. Wenn mir die Zeit des Umzugs was gezeigt hat, dann das: ich komme mit 25 % meiner Besitztümer bestens über die Runden, ohne auch nur das Gefühl zu entwickeln, mir fehle was.

Wann ist nochmal Sperrmüll hier?

Amala Krähenfeder, 27.08.2011, 13:02 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 12 Kommentare

:: UmzugsCountdown – 4…errr…3 Days To Go ::

Ich glaube, das hier wird meine letzte Meldung vorm eigentlichen Umzug sein. Dieser Hot-Spot-Kram ist total instabil und das erschwert das Bloggen ziemlich :)

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir in den letzten Tagen Mails und SMS geschickt bzw. hier kommentiert haben. Leider komme ich gerade überhaupt nicht hinterher, aber ich freue mich sehr über jede Zeile :) Und das sind auch meine glücklichen Momente für gestern und heute: Eure netten, aufmunternden Worte. Über’s Handy erreichen sie mich weiterhin, aber auf diesem Minidisplay rumzuknopfen, ist einfach nicht meins. Also Schweigen im Walde.

Bis die Tage.

Amala Krähenfeder, 22.08.2011, 12:00 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: UmzugsCountdown – 5 Days To Go ::

Gestern wurde unsere Internetverbindung gekappt. AAAARRRGGGH! Daß ich jetzt doch ein paar Zeilen schreiben kann, verdanke ich meinem Mann, der noch ein Hot-Spot-Ass im Ärmel hatte. Mal sehen, wie das die nächsten Tage wird, bis wir angekommen sind.

Gestern war mal wieder ein typischer Umzugstag: Baumarkt, Möbelmarkt, Kistenschleppen, keine Zeit für nix. Mein guter Moment: Pause im Schatten, didgen und ein gutes Buch schmökern.

 

Amala Krähenfeder, 21.08.2011, 10:15 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: Gebärmuttersenkung & Sex ::

…das ist eine der häufigsten Suchanfragen auf meinem Blog. Ich hatte mich hier schon einmal ausführlich über die Gebärmuttersenkung geäußert und bin immer wieder völlig sprachlos angesichts der ganzen Resonanz, die ich auf diesen Artikel hin bekomme. Und mir wird immer deutlicher, wie viele Frauen mit einer Senkung leben und wie vielen dieser Frauen systematisch eingetichtert wird, eine Senkung sei anomal, gefährlich, schrecklich und andere Dinge mehr. Dazu habe ich ebenfalls in dem o.g. Artikel meine Gedanken formuliert.

Zu meiner These, daß frau mit einer Senkung im Sinne des Patriarchats nicht mehr benutzbar ist, stehe ich. Irgendwie wird das anhand des Suchbegriffs “Gebärmuttsenkung und Sex” oder “Sex bei Gebärmuttersenkung?” ja auch deutlich. Funktioniert Sex mit der Senkung? Darf frau Sex haben, wenn sie eine Senkung hat?

Nun bin ich keine Gynäkologin und mir ist wichtig, daß dieser Artikel als mein persönlicher Laiensenf verstanden wird. Aber diese Fragen stellten sich mir auch. Klar, mit Senkung ist ja auf einmal alles anders. Die Patriarchalmedizin mit ihren Pessaren und Reizstromdildos kann es frau schon mal ordentlich verleiden, Lust zu empfinden, wo doch die eigene Scheide auf einmal so eine Art behandlungsbedürftige Krankheit geworden ist. Symptome, die Du nie hattest, werden durch das bloße danach-Googlen oder durch das bloße Aussprechen hervorgerufen. Energie folgt der Aufmerksamkeit und was Du rufst, das kommt. Und wenn dann noch ein beweißkittelter Mensch diese Form von Magie betreibt, ruft er eben Dinge in die Existenz, die vorher nicht da waren. Ärztinnenworte sind Heilerinnenworte – oder sollten es sein. Oder könnten es. Blöderweise sind sie heute ziemlich oft schwarzmagische Worte, die manipulieren, die sich festsetzen und ihre eigene Dynamik entwickeln. Deine Ärztin sagt: “ich schreibe Ihnen eine Hormoncreme gegen Scheidentrockenheit auf”. Scheidentrockenheit? Scheidentrockenheit? Dein Kopf beackert dieses Wort, bis es wahr wird. Und dann brauchst Du die Hormoncreme tatsächlich. Vielleicht.

Wenn Du erstmal darauf getrimmt bist, Dich mit der Senkung krank und unzureichend zu fühlen, dann ist es schwer, mit Deiner ureigenen Lust in Kontakt zu kommen. Ich meine das nicht nur im sexuellen Sinn. Welche hat schon Lust, tanzen oder lang spazieren zu gehen, wo die Schwerkraft doch auf einmal zum Feind geworden ist? Welche mag schon schallend lachen oder kräftig niesen, wo das doch ein paar Tröpfchen Urin zum Fließen bringen könnte? Und welche betrachtet sich selbst jetzt noch mit liebenden Augen, wo wir Frauen doch darauf getrimmt sind, uns durch die Augen der Männer wahrzunehmen? “Wird er mich noch anziehend finden mit der Senkung? Findet er es eklig? Abstoßend? Was, wenn er mitkriegt, daß ich hin und wieder Urin verliere? Was, wenn er merkt, daß ich es durch die Senkung nicht (mehr) angenehm finde, mit ihm zu schlafen?”. Ja, was dann?

Wie definiert sich eigentlich Sex? Ich meine, die ganze Welt macht einen wahnsinns Hype um Sex – kann damit wirklich nur die Penetration der Frau gemeint sein, ganz in patriarchaler Reinsteck-und-Erober-Tradition? Wie langweilig! Aber vielleicht gehört das ja auch so. Jedenfalls vermitteln das die Medien, die Pornos, die Gespräche mit anderen Frauen. Es ist normal, daß er den Ablauf von Sex bestimmt. Und der geht so: scharfmachen, reinstecken, ejakulieren, fertig. Männliche Lust funktioniert linear, da ist einfach kein Platz für ausufernde, spiralige weibliche Lust. Oder gar den Orgasmus der Frau. Das dauert doch ewig. Und allein durchs Reinstecken und Bewegen wird er auch nur selten ausgelöst – so viel Aufwand ist er doch gar nicht wert. Tatsächlich scheinen viele Frauen zu meinen, ihre eigene Lust sei ihrem Partner lästig. Oder der Partner sei so auf Erreichung des Ziels = des Höhepunkts bedacht, daß sie es sich dann lieber selbstmacht, wenn er auf der Arbeit ist. Eigentlich ist es ja auch traurig, mitanzusehen, wie der Gatte sich mit diesem kleinen Lustorgan der Frau abmüht, das ihm partout kein bißchen entgegenkommen will und sich bei genervter Überreizung sogar unkooperativ in einer Hautfalte verbirgt. Das sagt doch wohl klar: Alter, nimm die Flossen weg, das ätzt! Rein mechanisch ist da nix zu erreichen.

Mich überrascht es ja immer wieder, wie verklemmt wir sind. Wir leben in einer Gesellschaft, in der alles sexualisiert wird, aber wir kriegen es nicht hin, mit unserem Partner über Sex und Lust zu reden. Kleine weibliche Kinder tragen Miniröcke, Overknees und Lippenstift, aber wir hacken uns eher die Zehen ab, bevor wir sagen: “tut mir leid, es ist nicht meine höchste Freude, wenn Du Deinen Penis in mich reinsteckst. Eigentlich ist meine Lust nicht penisorientiert, sorry, da hast Du Dir was vorgemacht (und ich Dir auch). Aber ich mag dies und das uns jenes. Ich finde es toll, wenn Du meinen Rücken streichelst oder meine Zehen kitzelst. So einfach ist das!”.

Im Grunde konfrontiert Dich die Senkung mit der Frage nach Deiner Lust, nach Deinem sexuellen Empfinden. Körperlich ändert sie etwas, aber sie verschiebt vor allem was im Kopf. Uns wird weisgemacht, wir hätten uns an männlicher Lust zu orientieren. Die Senkung katapultiert Dich zurück zum Start und sie fragt: was empfindest DU eigentlich wirklich? Was magst Du, was willst Du, was brauchst Du? Manchmal ist es einfach Zeit. Manchmal ein Beckenbodentrainingskurs. Und manchmal eine Entdeckungsreise in eine tiefere Dimension von Sex und Lust. Wenn Sex – ob nun körperlich und denktechnisch bedingt – nicht mehr funktioniert wie bisher, dann kann in dieser Krise ein Geschenk stecken. Du hast die Chance, Dich selbst und Deine Bedürfnisse neu zu entdecken. Wenn das, was bisher ok war, jetzt wehtut, ist vielleicht was anderes ganz toll. Eine Veränderung braucht Kommunikation mit Deinem Partner, wenn Du Dich nicht dahin verändert hast, lieber ohne ihn sein zu wollen. Vielleicht denkt er sonst, alles sei beim Alten. Sprich mit ihm über Deine Veränderung, körperlich, seelisch. Sprecht über Eure Auffassung von gutem Sex, von Befriedigung, von Nähe. Viele meiner Leserinnen schreiben mir, ihnen fehle der Mut zu solch offenen Gesprächen. Dann macht das Licht aus, manchmal hilft das. Oder werft erstmal zehn Minuten mit versauten Begriffen um Euch, das lockert. Und: wann, wenn nicht jetzt? [Ich muß gerade an einen sehr befreienden Moment in meinem Zusammenleben mit meinem Partner nummero zwei denken - wir saßen am Frühstückstisch - ohne Kind! - und zwischen zwei Bissen Brot meinte er ganz unaufgeregt: "Ficken! Fotze! Pimmel!". Wir brachen in schallendes Gelächter aus und danach war die Beklemmung angesichts intimer Gespräche futschi. Dinge beim Namen zu nennen, kann sie entmythifizieren und sie einfach so banal darstellen, wie sie sind.]

Darf frau mit Senkung überhaupt noch Sex haben? Mein Gynäkologe sagte es mal so: “Sex ist das allerbeste Beckenbodentraining, was es gibt!”. Großartig, oder? Vorausgesetzt, Du hast Lust dazu…

Amala Krähenfeder, 19.08.2011, 20:48 | Abgelegt unter: Gynozentrisches | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

:: UmzugsCountdown – 6 Days To Go ::

Meine drei Glücksmomente heute:

  • verloren geglaubtes Dattelkonfekt wiedergefunden
  • Feldsalat mit Pfifferlingen gefuttert
  • extrem unkompliziertes Abendessen aus der Vorratskammer.
Manchmal geht Glück ganz profan durch den Magen.
Amala Krähenfeder, 19.08.2011, 16:13 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: UmzugsCountdown – 7 Days To Go ::

Heute kann ich gelassener auf das Chaos blicken, denn seit gestern ist enorm was bewegt worden, von uns allen.

Den Großteil des Nachmittags habe ich auf der Terrasse im Halbschatten verbracht, Didgeridoo gespielt, einen Löwenzahn-Birne-Erdbeere-Banane-Smoothie geschlürft und ein bißchen gelesen. Aus der Küche lockt eine Riesenschüssel frisches Gemüse, das nur darauf wartet, gut gewürzt in den Ofen geschubst zu werden. Und Frau Göttin hat eine köstliche, saftige Wassermelone in meinen Schoß fallen lassen.

Nach so einer Pause und gutem Essen bin ich auch wieder bereit, mich kopfüber zurück zwischen Zeug und Schachteln zu werfen.

Seit einigen Wochen leben wir nun mit viel weniger “Kram” um uns her, weil vieles schon längst verpackt worden ist. Jedenfalls fällt uns allen auf, wie wenig wir eigentlich wirklich zum Leben brauchen, auch im Alltag. Habe gestern zwei weitere große Müllsäcke mit Zeug gepackt und weggeworfen; da war auch nix mehr zu verwerten. Mich wundert immer wieder, was sich alles anhäuft, zumal ich fast über keinen Dekokram verfüge und in meiner Familie immer die Unke bin, die ständig fragt “brauchen wir das wirklich?” (manchmal lautet die Antwort: nein, aber es ist schöööön!).

Amala Krähenfeder, 18.08.2011, 16:11 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: UmzugsCountdown – 8 Days To Go ::

Mein Mann sagt, ich sei ein Krampfhenderl. Bloß weil ich heute meinen ersten Umzugspanikanfall hatte. Ich dachte: wir schaffen es nicht. Am Donnerstag ist es soweit, das Umzugsunternehmen kommt, und nichts ist fertig gepackt. Der ganze Kleinkram steht noch rum. Zuckerdosen, Teelöffel, Schlüsselbänder, Schraubendreher, Taschentuchpäckel, Salz- und Pfeffermühlen, einzelne DVDs, Zettelchen, Stifte – eben das ganze Zeug, das frau ständig braucht, das aber keinen festen Platz hat. Zumindest im Moment nicht.

Das Ex-Gemüsebeet muß umgegraben, der Rasen gemäht werden; wir müssen vor der Übergabe nochmal saugen und wischen und die Bäder und die Küche putzen. Und das ist nicht alles, bei weitem nicht. Und im neuen Haus immer noch Baustelle. Und ich weiß nicht mal, wie ich am kommenden Donnerstag und Freitag was zu Essen auf den Tisch bringen soll, weil kein Herd und Asia-Wok-Mensch im Urlaub und unsere vierte Katze müssen wir aus der Arche holen und die anderen drei Katzen umziehen und hey, muß nicht der Trockner angestellt werden?

Da ist mir schmerzlich klar geworden, daß ich wirklich davon überzeugt bin, niemanden um Hilfe bitten zu können. Das ist kein heroischer Akt, kein “ich schaffe das allein, weil ich so toll bin”, kein Stolz, kein Heldinnenmut. Bloß das Gefühl, keinen Menschen so gut zu kennen, um ihn um Hilfe bitten zu können. Bloß das Gefühl, daß eh niemand diesem Ruf folgen würde. Als wir letzten Sonntag um Hilfe baten, als es um die Fahrten mit dem gemieteten Sprinter ging, haben wir lang diskutiert, ob wir einen Verwandten meines einen Mannes fragen sollen. Mein Argument: wenn er Dich anrufen würde, würdest Du sofort alles stehen und liegen lassen und hinfahren, um ihm zu helfen. Stimmt ja auch. Aber die Antwort lautete: tut mir leid, ich muß ein romantisches Wochenende mit meiner Freundin verbringen – und die Fahrt ist ja auch so weit und Sachen schleppen so entsetzlich unkomfortabel.

Das ist richtig.

Natürlich werden wir das alles irgendwie schaffen. Welche nicht gut zu Fuß ist, muß dann eben auf dem Zahnfleisch über die Ziellinie krauchen.

Aber ich wollte ja über Schönes schreiben, das mich in den letzten Tagen vor dem Umzug über Wasser hält.

Heute war es ein Traum, in dem ich einer verstorbenen Freundin im Beisein ihres neuen Liebhabers herrlich ungebrochen sagte: “Ich wünschte, Du hättest zu Lebzeiten mal Männer kennengelernt, die außer einem Schwanz auch ein Rückgrat haben”.

Dann bin ich aufgewacht und vor Lachen von der Bettkante geplumpst.

Klärt sich alles, irgendwann.

Der Umzug im Laufe der letzten acht Tage.

I’m not yet lost.

Welche macht für mich und meine Familie veganes Catering am 25. und 26. August? Biete keine Bezahlung, aber ein gemeinsames Essen in Staub und Chaos, eine erschöpfte, ausgepowerte Familie mit Rückenschmerzen und endliche Dankbarkeit.

Amala Krähenfeder, 17.08.2011, 17:08 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: NYB-MonatsSwap im August ::

Im August hat Stickmaus einen tollen NYB-Block für mich genäht. Er erinnert mich an Strand, Sonnenuntergang und Schirmchendrinks (drei Dinge, die ich gerade sehr gut gebrauchen könnte!).

Vielen Dank :D

Amala Krähenfeder, 17.08.2011, 13:20 | Abgelegt unter: Täusche | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: Die Höhle von Hang Son Doong ::

Amala Krähenfeder, 17.08.2011, 10:00 | Abgelegt unter: Unterwegs | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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